Seit 1970 im Dienste des Menschen

Alkohol weiterhin Hauptsucht

Release blickt auf 2018 zurück

 

Stuhr. Wie viele Themenfelder der Suchthilfe-Verein Release in seiner 49-jährigen Geschichte schon beackert hat, versuchte Vorsitzender Alexandre Peruzzo in seiner Begrüßungsansprache zur Jahreshauptversammlung kurz zusammenzufassen. „Allein diese Bandbreite zu beschreiben, würde den Rahmen des Abends sprengen. Aber auf unsere 50-Jahr-Feier freue ich mich ganz besonders“, sagte Peruzzo. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der die Stuhrer Bürgermeisterin Sigrid Rother Grußworte der Gemeinde übermittelte, stand vor allem die Arbeit mit betroffenen Menschen.

„Zufrieden sein, nicht zufrieden geben“, mit diesen Worten holte ein ehemaliger Klient das Publikum in seine eigene Geschichte hinein. Vier Jahre Erfahrung mit Sucht, ambulanter Rehabilitation und einem bewussteren Leben  danach, legte er offen dar. Insbesondere dankte er Psychologin Petra Flemig, die ihn auf seinem Weg begleitet hat. „Durch release habe ich mein Leben wieder im Griff", so der Klient und gab dabei zu bedenken, dass der Weg noch nicht zu Ende ist. „Bei release hat spürt man den echten Willen, anderen zu helfen“, schloss er seinen Beitrag.

Geschäftsführerin Marion Bödeker stellte die Statistik des vergangenen Jahres vor. Das Trinkverhalten junger Menschen stand dabei im Fokus. Aber auch, dass Alkohol weiterhin das Hauptsuchtproblem ist. In Zahlen bedeutet das: 844 Personen hatten Kontakt mit den fünf Beratungsstellen. Unter den Hilfesuchenden befänden sich sowohl Angehörige als auch Personen, die vom Verlust des Wohnraums bedroht waren. In 75 Prozent der Fälle konnte die Suchtproblematik verbessert werden, gab Bödeker zu Protokoll. Ab September gibt es ein neues Gesicht bei Release: Präventionsfachkraft Michael Elsner übergibt – nach 34 Jahren – das Heft an Patrick Ethnis. Auch die von ihm aufgebaute betriebliche Suchtprävention, mit Ausbildung betriebsinterner Suchtberater bei Ikea, übernimmt sein Nachfolger. Walter Schröder wurde aus dem Vorstand entlassen. An seine Stelle rückt Falk Brozio, der ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Alexandre Peruzzo sowie der Rest des Vorstands wurden im Amt bestätigt.

„145 Jahre Vereinszugehörigkeit“ stand als nächster Punkt an. Die zu Ehrenden erhielten unter anderem Urkunden vom Paritätischen Niedersachsen. Gabrielle Helmstedt wurde gewürdigt für 25 Jahre Mitgliedschaft und 38 Jahre Tätigkeit im Verein. 40 Jahre lang hat Bernd Richter – auch als ehrenamtlicher Psychologe – den Verein unterstützt. Jeweils vier Jahrzehnte lang waren auch Ingrid Plump und Helga Friemel dem Verein treu. „Beide Frauen haben im Verein Pionierarbeit geleistet und den Charakter von Release nachhaltig geprägt“, sagte Alexandre Peruzzo in seiner Laudatio. Er verkündete, dass zum anstehenden Jubiläumsjahr ein Buch erscheinen soll und auch ein Fest geplant ist.

Der Vorstand 2019:
Jürgen Lotze, Lutz Bittner,  Gernot Braatz, Alexandre Peruzzo (1. Vorsitzender), Helmut Friemel (v links nach r).  Hinten: Walter Schröder (verabschiedet) und Falk Brozio (neuer stellv Vorsitzender) abwesend Ingo Kupillas.      

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