Bassum - Bericht von Anke Seidel. Kreiszeitung Lokales vom 30. März 2017

Aushalten müssen, wenn die Situation unerträglich erscheint – immer wieder. Wie sich das anfühlt, das wissen Mitglieder der sieben Selbsthilfegruppen unter dem Dach von Release ganz genau.

Auf der Suche nach Erträglichkeit des Alltags und ihres Lebens sind sie in den fatalen Teufelskreis der Sucht geraten – und haben sich mit starkem Willen und enormer Kraft daraus befreit. Genau das meint das englische Wort „Release“, das der Suchthilfeorganisation im Nordkreis ihren Namen gegeben hat: Befreiung.

Bei Release in Bassum, in der ehemaligen Gaststätte „Blaue Ecke“, treffen sich an diesem Abend sieben Sprecher aus den Release-Selbsthilfegruppen. Sie wollen enger zusammenrücken, sich austauschen. Auf Augenhöhe. „Wir wollen keine Vereinsmeierei. Bei uns gibt es keinen Vorstand“, sagt Ingo aus Bruchhausen-Vilsen. „Wir sind ganz, ganz freie Gruppen.“

 

 


Mediensucht-Präventionsprojekt „Netcrash“ wird von Experten und Pädagogen in einer Schulung thematisiert

Eigene Suchtgrenze herausfinden

Landkreis Diepholz. Oft tauchen die jungen Mädchen und Jungen stundenlang in die virtuelle Welt ab und vernachlässigen dabei ihr soziales Umfeld – häufig zum Leidwesen von Eltern und Lehrern. Doch wo liegt bei einer exzessiven Nutzung eigentlich die Grenze zwischen Genuss und Sucht? Genau mit dieser Frage beschäftigten sich jetzt die Ansprechpartner des Mediensucht-Präventionsprojektes „Netcrash“ im Landkreis Diepholz im Zuge einer ausführlichen Schulung in der Bassumer Freudenburg.

Abstimmung mit Karten

Als Einstieg in die Schulung thematisierte der Diplom-Pädagoge Christian Caselitz von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks die Entwicklung der Medien. Dabei befasste er sich unter anderem mit den Fragen „Was ist Hobby und was ist Sucht?“ und „Wie viele Stunden verbraucht die Aktivität im Alltag?“. Bei der Definition von Medien machen die Experten keine Unterschiede zwischen Smartphone, PC und Spielen. „Bei letzterem interessiert uns vor allem deren Aufbau und warum diese so beliebt sind“, berichtet Ilona Drescher vom Release-Netzwerk.

Und genau diese Informationen erhalten die Referenten und Präventionsbeauftragten vorrangig im persönlichen Gespräch mit den sogenannten Usern. „Es bringt überhaupt nichts, die neuen Medien nur schlecht zu machen. In meinen Gesprächen mit den Kindern und Jugendlichen beschäftigt mich zunächst die Frage ‚Was spielst du und warum?‘“, erläutert Christian Caselitz sein Vorgehen. Auf diese Weise komme er dem Verhalten der Betroffenen auf die Schliche und könne zugleich mögliche Problematiken aufdecken.

Ähnlich erläuterte auch Michael Elsner, Präventionskraft bei Release, seine Herangehensweise im Zuge der Schulung. Anhand von acht Begriffen – Rausch, Genuss, Abhängigkeit, Gewöhnung, Nutzung, verstärkter Konsum, Missbrauch und positive Einstellung zum Medium – erarbeitete er zunächst einen möglichen Suchtverlauf mit der Gruppe. „Man kann viel darüber diskutieren, welches Verhalten bei einer möglichen Mediensucht an erster und welches an letzter Stelle steht“, weiß er aus Erfahrung zu berichten.

Diese Diskussionsgrundlage wurde laut Elsners Aussage von dem Schulungsteilnehmer äußerst engagiert und lebhaft aufgenommen. „Was für den schon ein missbräuchliches Verhalten ist, kann für jemand anders noch im Rahmen der Normalität liegen“, erklärt der Fachmann. Ihm zufolge sei Medienkonsum, der kompensatorisch und nicht komplementär eingesetzt werde, häufig ein Ausdruck von ungelösten Entwicklungsproblemen. „Aber auch Langeweile, Frustrationsabbau und der Wunsch einer bestimmten Peergroup zugehörig zu sein, können suchtfördernd sein“, sagt Elsner.

Eifrig diskutiert wurde auch im Anschluss an eine Pause unter der Leitung von Eileen Strupat, die das Projekt „Netcrash“ seit dem Abschied von Johannes Kaluza für die Caritas in Twistringen ergänzt. Ausgestattet mit roten und grünen Karten stimmten die Beteiligten für oder gegen Aussagen wie „Muss ein Viertklässler ein Smartphone besitzen?“. Mit diesem Vorgehen sollten nach Aussage der Referentin Kontroverse und Übereinstimmungen sowie neue Erkenntnisse und verschiedene Denkweisen angeregt und zudem die Kontakte untereinander vertieft werden.

Am Ende der dreistündigen Schulung waren sich laut Michael Elsner alle einig, dass es noch viel zu tun gebe, der Grundstein jedoch gelegt sei. „Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Unter den Teilnehmern waren einige, die aus der Schulung viele für sie neue Informationen erlangten und zu der Erkenntnis kamen, dass insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei jedem einzelnen ganz individuell und genau hingeschaut werden muss“, sagt der Spezialist für Suchtprävention in seinem abschließenden Fazit. Gleichzeitig teilt er mit, dass im Frühjahr 2017 die nächste Schulung dieser Art geplant sei.

 06.11.2016 

Mein Verein - Weser Kurier

Beteiligten sich an dem Projekt (v.l.): Christian Caselitz, Eileen Strupat und Michael Elsner. (Foto: Ilona Drescher)

Marion Bödeker übernimmt Stelle der Geschäftsführerin - Bericht aus Regionale Rundschau

Bericht aus Regionale Rundschau von Claudia Immels

Die Arbeit bei Release ist für Marion Bödeker alles andere als Neuland – und doch lernt sie den Verein gerade ganz neu kennen. Denn die 62-Jährige ist seit Kurzem die neue Geschäftsführerin des Netzwerkes psychosozialer Hilfen, das mit Stuhr, Weyhe, Syke, Bassum und Bruchhausen-Vilsen fünf Standorte im Nordkreis hat. Der bisherige Geschäftsführer Alexandre Peruzzo bleibt dem Verein, der sich auf die Suchtkrankenhilfe spezialisiert hat, weiter als Vorsitzender erhalten.


Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Vergessenen Kindern eine Stimme geben.

2. Februar 2016 - Mit einer Aktionswoche vom 14. bis 20. Februar wollen der „Nacoa Deutschland“, „Such(t) und Wendepunkt“ sowie „Kunst gegen Sucht“ auf Kinder aus Suchtfamilien aufmerksam machen. Um auf die bundesweite Aktion aufmerksam zu machen, wenden wir uns zur Unterstützung an die lokale Presse.

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Lions-Club spendet 1000 Euro für einen Computer im Café Pause

7. Oktober 2014

Bassum. Ruckzuck mal was im Internet nachsehen, können demnächst die Besucher des Café Pause bei release. Denn die Fachstelle bekommt einen neuen Computer. Dank dem Lions-Club Bassum Klosternbach-Delme, der eine Spende von 1000 Euro bereit stellt, geht es bald zügig voran auf der Datenautobahn.

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Damit das Internet nicht zur Droge wird

09.Juli 2014

Ein Artikel von Claudia Ihmels: Weser-Kurier: Lokalnachrichten
Landkreis Diepholz. Beim Thema Sucht fallen einem meist Alkohol und Drogen zuerst ein. Doch auch das Internet, Computer und Smartphones können süchtig machen. Ein neues Projekt von Release, Caritas und dem Kirchenkreis Diepholz widmet sich deshalb der Prävention von Medienabhängigkeit. Die Zielgruppe sind vor allem Kinder und Jugendliche.

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